Da Vinci´s Vita

          

Wenn man einem „Gästehaus“ einen solchen Namen gibt, steckt eine gewisse Begeisterung für die Person dahinter. Daher möchten wir Ihnen einen Auszug aus da Vinci´s turbulentem und vielseitigem Lebenslauf zur Verfügung stellen:

Leonardo da Vinci (* 1452 in Anchiano bei Vinci) war Maler, Bildhauer, Architekt, Anatom, Mechaniker, Ingenieur und Naturphilosoph. Der Geburtsort Vinci ist ein Kastell, 30 km westlich von Florenz. Bei Verrocchio (ein bedeutender Bildhauer, Goldschmied und Maler in Florenz) lernte und arbeitete Leonardo von 1470 bis 1477. Seit 1472 findet man seinen Namen in den Listen der St.-Lukas-Gilde. Hier lebte er 10 Jahre und arbeitete mit den Malern Botticelli und Perugino. Im Gegensatz zu Michelangelo wurde Leonardo als offen und freundlich geschildert.

Trotz seiner Leistungen blieb er arm. Als viele seiner Künstlerfreunde 1481 nach Rom gingen, um für den Vatikan zu arbeiten, ergab sich für ihn in Mailand durch die Empfehlung der Medici die Chance einer Anstellung am Hof der Sforzas. (Diese regierten Mailand und die Lombardei von 1450 bis 1535). 

Wegen den bevorstehenden Kämpfen zwischen Mailand und Venedig erwähnte Leonardo in seinem Schreiben an den Herzog detailliert seine Erfindungen in der Militärtechnik, sein Können als Bauingenieur, Architekt, sowie Maler und Bildhauer, was die Grundlage zu einer Ausführung des Monuments für Francesco Sforza sein sollte. Leonardo arbeitete fast zwanzig Jahre für die Sforzas. In Mailand entwickelte sich Leonardo zum führenden Künstler und zum Organisator für Hofzeremonien und Festivitäten. 

Leonardo, der im Gegensatz zu vielen seiner Zeitgenossen eine gepflegte Erscheinung war und auf Sauberkeit achtete, organisierte die erste Müllabfuhr in Mailand und trug so zu einer Verbesserung der Lebensqualität in der Stadt bei. 1485–86 war er an der Vollendung des Mailänder Doms beteiligt. Parallel dazu machte er Studien in Geometrie, Statik, Dynamik, menschlicher Anatomie, sowie den Phänomenen von Licht und Schatten und setzte sich mit dem Entwurf des Sforza-Reitermonuments auseinander. 

1492 entstand die Studie über Körperproportionen nach Vitruv, sowie Studien von menschlichen Körpern, denn er wollte „das Innere des Menschen“ kennenlernen und begann mit dem Buch Von der menschlichen Figur. In den folgenden Jahren verschafften ihm die Festivitäten des Mailänder Hofes Aufträge, darunter die Komposition und Rezitation von Sagen und Prophezeiungen.

1483–86 entstand die Madonna in der Felsengrotte. 1499 gelangte dieses Gemälde nach Frankreich, heute hängt es im Louvre. 1493 bis 1508 wurde die modifizierte Fassung gemalt (National Gallery in London). Als Leonardo 40 Jahre alt war, bekam er den Auftrag, ein Bild für die Kirche von Santa Maria delle Grazie zu malen. Das schon während der Entstehung von Künstlern bewunderte Wandgemälde Das Abendmahl (Cenacolo, 8,8 x 4,6 m, 1494–98) ist bis heute Gegenstand vieler Legenden und trotz großer Beschädigungen hinterließ das Bild immer wieder einen tiefen Eindruck auf die Betrachter. 

Nach dem Erfolg von Das letzte Abendmahl fuhr Leonardo mit der Arbeit am Sforza-Monument (dem Cavallo) fort, dessen 7-Meter hohes Ton-Modell bereits 3 Jahre lang bewundert wurde. Nun sollte das Monument in Bronze gegossen werden. Hilfe für die Berechnungen für den Bronzeguss bekam Leonardo vom Mathematiker Pacioli. Dieser bewunderte Leonardos Malereien und Skulpturen und seine mathematischen, physikalischen und anatomischen Forschungen. Beide arbeiteten an Paciolis nächstem Buch De divina proportione, welches dem Goldenen Schnitt entsprach. Auch die mathematische Aufgabenstellung zur Quadratur des Kreises versuchten sie zu lösen. Pacioli beteiligte sich an der Fertigstellung der Innendekoration der Kammern des Castello. 

Die Freunde zogen 1500 nach Florenz, wo Leonardo Unterschlupf im Kloster Annunziata fand und er sich verpflichtete, ein Altarbild für die Basilica della Santissima Annunziata zu malen. Diesen Auftrag führte er nicht aus, da wissenschaftliche Fragen der physikalischen Geografie und des Ingenieurwesens ihn mehr fesselten, als die Malerei. Er schrieb an Briefpartner, um Erkundigungen über die Gezeiten im Euxinischen und Kaspischen Meer einzuholen und berichtete über die gegen einen drohenden Erdrutsch zu ergreifenden Maßnahmen. Den Serviten-Brüdern von Annunziata legte er 1501 einen Entwurf des Altarbilds vor, der in Florenz ausgestellt wurde. Trotz des Lobs für seinen Entwurf vollendete Leonardo das Bild nicht. In Florenz bot Piero Soderini ihm einen riesigen Marmorblock zur freien Verfügung an, doch er lehnte ab und Jahre später schlug Michelangelo seinen David aus diesem Block. 1501 malte Leonardo die Madonna mit der Spindel, interessierte sich aber mehr für technische und wissenschaftliche Herausforderungen und suchte dafür nach einem Auftraggeber.

1502 trat er in den Dienst des Herzogs von Valentino (Cesare Borgias) und bereiste als oberster Ingenieur einen großen Teil Mittelitaliens. Nach einem Besuch in Piombino fuhr er nach Urbino, wo er kartografische Zeichnungen anfertigte. Anschließend wurde er über Rimini nach Cesena gerufen; zwischen Cesena und Cesenatico verbrachte er 2 Monate, in denen er Kanal- und Hafenarbeiten plante und mit der Restaurierung des Palasts Friedrichs II. beauftragt wurde.

Danach begleitete Leonardo seinen Arbeitgeber und lernte Machiavelli kennen. Er folgte ihm nach Sinigallia, Perugia und schließlich über Chiusi nach Orvieto und Rom, wo Cesare 1503 ankam. Als Cesares Gefolgsmann Luzza, mit dem sich Leonardo angefreundet hatte, von Cesare umgebracht wurde, verließ Leonardo den skrupellosen Herzog und kehrte zurück nach Florenz.

In Florenz bekam Leonardo auf Initiative von Machiavelli und Soderini den Auftrag, ein großes Schlachtgemälde für eine Wand des Ratssaals im Palazzo della Signoria zu schaffen. Er wählte eine Episode des Sieges der Florentiner über die Mailänder bei Anghiari. Michelangelo, der gerade seinen David vollendet hatte, wurde auch mit einem Gemälde (Schlacht bei Cascina) auf einer anderen Wand des gleichen Saals betraut. Eigentlich wollte Leonardo keine Gewaltverherrlichungen malen, aber er fühlte sich gegenüber seinem Rivalen gefordert. Zur Vorbereitung seines Kartons wurde Leonardo der Sala del Papa in Santa Maria Novella zugewiesen. Er arbeitete unermüdlich an seiner neuen Aufgabe und in zwei Jahren war der Entwurf fertig. Als dieser zusammen mit dem des Michelangelo ausgestellt wurde, wurden beide als großartige Kunstwerke bewundert und dienten den Studenten als Beispiel, so wie die Fresken von Masaccio in Santa Maria del Carmine den Schülern 2 Generationen zuvor geholfen hatten. Auch der junge Raffael lernte in dieser Zeit von Leonardo. Leonardo übertrug seinen Entwurf auf die Mauer, wofür er eine neue technische Methode erfunden hatte. Die Farben mussten auf einen speziellen Untergrund aufgetragen werden, mit dem sie mittels Wärme verbunden wurden. Es wurde Hitze angewendet, die aber ungleichmäßig wirkte: Die Farben im oberen Teil verliefen oder schuppten ab, das Bild verfiel und wurde später übermalt. Der Kunsthistoriker Maurizio Seracini vermutet, dass das Gemälde hinter einer geheimen Wand noch vorhanden ist.

1503–06 arbeitete Leonardo am Porträt der Mona Lisa. Quellen belegen, dass eine neapolitanische Hausfrau (Lisa Gherardini) dafür Modell war, deren Lächeln einen einzigartigen, rätselhaften Charme besaß. Zeit seines Lebens konnte sich Leonardo nicht von dem Bild trennen. Andere Quellen sollen belegen, dass es sich bei Mona Lisa um den heimlichen Geliebten Salaj handelt, der für das Bild Modell war. Demnach handele es sich bei dem Gemälde um die Darstellung eines Mannes. Nach seinem Tod wurde das Werk durch Franz I. von Frankreich erworben. Seit 1804 hängt es im Louvre, vorübergehend gelangte es in den Besitz von Napoléon. Der Farbenreichtum verflüchtigte sich im Lauf der Jahrhunderte, teils durch Beschädigungen, teils weil der Maler bei seinen Bemühungen um Effekte daran gewöhnt war, seine Figuren auf dunklem Hintergrund zu modellieren. Doch selbst in seinem dunklem Zustand bleibt die Raffinesse des Ausdrucks und die Präzision der Zeichnung erkennbar.

Leonardo wurde Hofmaler am französischen Hof und leitender Ingenieur in Mailand. Er war beschäftigt mit Planungen für einen neuen Palast und hydraulischen Projekten bzw. Bewässerungsarbeiten in der Lombardei und konstruierte den ersten Wasserzähler. Inzwischen war sein Gönner Ludwig XII. 1514 gestorben. Sein Nachfolger Franz I. von Frankreich stieß mit seiner Armee über die Alpen vor, um das Herzogtum Mailand zurückzuerobern. Leo X. befahl 1515 Giuliano de Medici die päpstlichen Truppen in die Emilia zu führen. Leonardo begleitete seinen Mäzen bis nach Florenz, wo Giuliano 1516 verstarb. In seiner Heimatstadt wurde Leonardo dem französischen König vorgestellt. Der junge Souverän und der alte Künstler verstanden sich gut, und so nahm der Altmeister die Einladung des Königs an, seine letzten Jahre in Frankreich zu verbringen, wo ihm ein neues Heim und Ehre zugesichert wurden. Abermals packte er alles Hab und Gut zusammen und machte sich mit seinen Schülern Salai und Melzi auf den Weg.

Die letzten Jahre seines Lebens verbrachte Leonardo im Schloss Clos Lucé in Amboise, das ihm mit einer guten Pension überlassen wurde. Der Hof kam oft nach Amboise, und der König erfreute sich dann der Gesellschaft seines Schützlings. 

1518 hatte Leonardo Gelegenheit, seine alten Talente als Organisator von Festen einzusetzen, als gleichzeitig der Dauphin getauft und eine Medici-Bourbonische Hochzeit gefeiert wurde. Bereits in Rom hatte er einen mechanischen Löwen konstruiert, der sich einige Schritte alleine fortbewegen konnte. Bis wenige Wochen vor seinem Tod war Leonardo aktiv, sei es als Planer für einen neuen Palast, als Projektingenieur für einen großen Kanal oder als Zeichner von Architekturstudien. Gegen Ende seines Lebens sah der weise Uomo universale das Ende der Menschheit voraus und malte verschiedene Studien der Sintflut. 

Leonardo schuf nicht nur Kunstwerke, sondern auch eine große Anzahl von Entwürfen für Gebäude, Maschinen, Kunstgegenstände, Gemälde und Skulpturen, zu deren Realisierung er nie kam. Er sagte, dass er die Idee mehr liebe als deren Ausführung, und dass er am Anfang einer Tätigkeit bereits ans Ende denken würde. Wie andere Genies gehörte er zu den „Hyperaktiven“ und manchmal wurde seine Tatkraft von seinem Forschungsdrang gelähmt. Leonardo verband die Vergilsche Sehnsucht die Ursachen der Dinge zu erkennen mit dem Willen zum sichtbaren Schaffen. Seine Notizbücher, Zeichnungen und Skizzen bestehen aus ca. 6000 Blättern. Zu seinen Lebzeiten wurde von seinen naturwissenschaftlichen Arbeiten nichts veröffentlicht. Erst im 19. und 20. Jahrhundert fand man die Manuskripte in Bibliotheken und privaten Sammlungen und wurden so erst spät gewürdigt.

Er schuf wertvolle Illustrationen zu verschiedenen Themen wie Biologie, Anatomie, (Waffen-)Technik, Wasserwirtschaft und Architektur und hinterließ Bauwerke, technische Anlagen und Beobachtungen des Kosmos. Bereits gegen Ende seiner Lebenszeit wurde er als Uomo Universale verehrt und wird von heutigen Historikern als außergewöhnliches Genie bezeichnet.

Im Alter beschäftigte sich Leonardo, neben der Anatomie mit Botanik, Geometrie, Mathematik und Geologie. Vor allem faszinierte ihn das Wasser. Er konstruierte z. B. das erste U-Boot, baute hydraulische Anlagen zur Bewässerung und Kanalisation. Er experimentierte mit Pflanzen und Wasser, um Bedingungen für das Pflanzenwachstum zu ergründen, so sind fast alle Hintergründe seiner Bilder Landschaften mit Wasser. Als erster erkannte er die Oberflächenspannung des Wassers und hielt seine Erkenntnisse im „Codex Leicester“ fest.

Leonardo zeichnete Landschaften und hinterließ groß angelegte Karten, die das Territorium der Maremma, der Toskana und Umbriens abdecken. Darüber hinaus hat er Pläne zur Umleitung des Flusses Arno ausgearbeitet. Besonders bekannt ist sein Stadtplan von Imola. Die meisten seiner kartografischen Werke befinden sich auf Schloss Windsor sowie in der Ambrosiana in Mailand.

Als Ingenieur war Leonardo seiner Zeit weit voraus. Seine Intention war, Maschinen zur Entlastung des Menschen bei Arbeit und Krieg zu erschaffen und die Produktivität zu steigern. Im Laufe der Zeit nahmen seine wissenschaftlichen Forschungen immer mehr an Bedeutung zu. Jahrzehntelang skizzierte er z. B. Fluggeräte, die heutigen Hubschraubern gleichen. Um 1500 führte Leonardo bei Florenz Flugübungen mit einem Segelfluggerät durch. Er konstruierte auch Zahnräder und Getriebe. Viele seiner Geräte wurden nachgebaut. In jüngerer Zeit werden Entwürfe Leonardos für moderne Bauwerke umgesetzt und auch versuchen Wissenschaftler, einen Roboter aufgrund eines Manuskripts zu bauen. Ihm selbst fehlten die mathematischen Kenntnisse und finanziellen Mittel zur Verwirklichung seiner Erfindungen. Andere waren der Zeit soweit voraus, so dass sie erst im 20. Jahrhundert „erfunden“ wurden.

 

 

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